Natur und Umwelt

Feste im Mittelalter


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Die Feste waren f√ľr die unteren Schichten der Leute eine willkommene Pause - denn an diesen musste sie ausnahmsweise nicht arbeiten. Auf den Festen trafen die einfachen Leute auch mit den Menschen aus den anderen St√§nden zusammen, den Geistlichen und dem Adel. Die Feste fanden oft auf den Stra√üen und Marktpl√§tzen statt, die kirchlichen Feste oft auf dem Platz vor den Kirchen.

Die Feste dienten auch dazu, den Leuten etwas beizubringen, zum Beispiel, wenn es sich um ein religi√∂ses Fest handelte oder auch wenn ein geschichtliches Ereignis gefeiert wurde. Durch Festkarren, Schauspiel und anderes wurden den Leuten Dinge gezeigt, sodass sie sie verstehen konnten. Lesen und Schreiben konnten damals n√§mlich die allerwenigsten Menschen und auch B√ľcher und Zeitungen gab es nat√ľrlich noch nicht.

Typische Feste im Mittelalter waren Hochzeiten, Kirchenfeste und Turniere.

Hochzeiten waren ein willkommenes Fest, zumal sie zumindest bei den Adeligen oft √ľber mehrere Tage gefeiert wurden. Allerdings heiratete man im Mittelalter selten aus Liebe. Wer ein Ritter oder von Adel war, war gezwungen, einen Ehemann oder eine Ehefrau von gleichem Stand zu heiraten oder besser noch jemanden, der die Tochter oder der Sohn von jemandem, noch reicher oder einflussreicher war. Auch bei den Bauern galt es als wichtig, die Tochter oder den Sohn m√∂glichst gut zu verheiraten. Ein beliebter Zeitpunkt f√ľr Hochzeiten war das kirchliche Pfingstfest. Manchmal wurden sogar schon Kinder verlobt, aber immerhin erst verheiratet, wenn sie vollj√§hrig waren.

Kirchenfeste gab es viele - neben den Hauptfesten Ostern, Pfingsten und Weihnachten auch viele Feste zu Ehren von Heiligen. Manchmal gab es bei diesen Festen Umz√ľge - aber vor allem musste keiner arbeiten, das wird die Leute gefreut haben. Ihr k√∂nnt in den anderen Beitr√§gen nachlesen, dass man im Mittelalter sonst kaum je Freizeit hatte.

Turniere wurden zum einen als √úbung f√ľr den Ernstfall genutzt, wenn die Ritter in die Schlacht ziehen mussten, aber sie waren nat√ľrlich auch eine Art Sportereignis, an dem sich die Ritter beweisen konnten und von ihren "Fans" bejubelt wurden. Sie wurden in der Regel an Festtagen abgehalten und bestanden aus Kampfspielen. Es konnte einzeln oder in Gruppen gegeneinander gek√§mpft werden. Auch ein Wettkampf in Bogenschie√üen oder Lanzenstechen zu Pferd konnten Teil der Turniere sein. Die ersten Turniere gab es in Frankreich ab Mitte des 11. Jahrhunderts, in Deutschland ab dem Anfang des 12. Jahrhunderts.

 

 


 

Schule im Mittelalter


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Bis ins 12. Jahrhundert gab es f√ľr die Kinder nur in den Kl√∂stern die M√∂glichkeit einer Schulbildung, das hei√üt, nur wenn man auch M√∂nch oder Nonne werden wollte.

Danach entwickelten sich in den St√§dten erste Schulen, denn die Handwerker und Kaufleute wollten ja auch ihre Einnahmen berechnen, Vertr√§ge lesen k√∂nnen und vieles mehr. Es gab eine Latein- und eine Schreib- und Rechenschule. In der Lateinschule lernte man das Schreiben, Lesen und Sprechen von Latein, in der Schreib- und Rechenschule wie der Name schon verr√§t Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Schulen bezahlte die Stadt. Die Schreib- und Rechenschule war √ľbrigens auch schon f√ľr M√§dchen ge√∂ffnet. Damals zur Schule zu gehen muss aber ganz sch√∂n anstrengend gewesen sein: Der Unterricht konnte an langen Sommertagen bis zu 12 Stunden gehen. K√∂nnt ihr euch das vorstellen? In der Schule wurde sehr viel auswendig gelernt. Projekte oder Gruppenarbeit wie heute gab es nicht. Und wer den Stoff nicht gut gelernt hatte, wurde oft vom Lehrer hart bestraft und z.B. mit einer Rute (einem d√ľnnen Stock) geschlagen.

Daneben entstanden ab dem 11. Jahrhundert die ersten Universitäten. Anders als heute wurden aber auch hier schon Kinder ab 10 Jahren (auch ohne vorher jemals in einer Schule gewesen zu sein) aufgenommen. Die Universitätsbildung dauerte sehr lange (bis zu 10 Jahre).

 

 


 

Besitz


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Man meint immer, dass alle Menschen im Mittelalter in Burgen gewohnt haben. Aber das stimmt nicht. Dort wohnten nur m√§chtige und reiche Familien. Die Burgen hatten viele R√§ume. Als Kind auf einer Burg wirst du ein Zimmer mit deinen Schwestern oder deinen Br√ľdern geteilt haben. An den W√§nden waren vielleicht Teppiche und Vorh√§nge gegen die K√§lte. Es gab bestimmt einen Kamin, in dem im Winter ein Feuer brannte, damit es warm war. Es gab Spielzeug, aber f√ľr M√§dchen sicher auch ein Spinnrad, damit sie lernten, Wolle zu Garn zu spinnen.

Als Kind von armen Eltern hast du mit allen Familienmitgliedern in einem kleinen Haus mit wenigen Zimmern oder vielleicht nur einem Raum gelebt. Der wurde vielleicht mit einem Vorhang in zwei Bereiche geteilt. Es gab wenig M√∂bel, nur einen Tisch mit St√ľhlen, ein Regal f√ľr das Geschirr und dann noch ein oder zwei breite Betten, in denen alle schliefen. Der K√ľchenherd hat im Winter das Zimmer mit gew√§rmt. Du warst vermutlich selten alleine. Findest du das gut? Ich w√§re bestimmt so oft es geht nach drau√üen in den Wald oder auf eine Wiese gelaufen und h√§tte mich versteckt, um mal meine Ruhe zu haben.

 

 


 

Kleidung im Mittelalter


Alois Greil (1841‚Äď1902)
, Public domain, via Wikimedia Commons
Die Kleidung der Bauern war im ganzen Mittelalter ungef√§hr gleich und vor allem weit und bequem und f√ľr die Arbeit geeignet. Das galt f√ľr die Kleidung von Frauen und M√§nnern. Die Kleidung der Adeligen √§nderte sich im Laufe der Jahre etwas

Frauenkleidung

Die Kleidung war der Frau aus den unteren St√§nden war lang mit vielen Falten und wurde mit einem G√ľrtel zusammengehalten, im Sommer ohne √Ąrmel, im Winter mit langen √Ąrmeln. Die Stoffe waren meist grau oder schwarz, weil Farbe sehr teuer war. Auf dem Kopf trug man eine gestrickte M√ľtze oder eine Kappe aus Filz oder die Frau trug die Haare offen oder in einem Zopf.

Reiche und adelige Frauen trugen im Fr√ľhmittelalter zwei Tuniken (eine Tunika ist ein langes, einfaches T-f√∂rmig geschnittenes Kleidungsst√ľck) und dar√ľber einen Mantel. Auch die adeligen Frauen stellten wie die B√§uerinnen ihre Kleidungsst√ľcke selbst her. Sie konnten sich aber teurere Stoffe und vor allem Farben leisten.

Im Hochmittelalter bestand die Frauenkleidung aus einem engeren Untergewand, das seitlich geschn√ľrt werden konnte und einem weiteren Obergewand und einem Mantel. Man trug nun auch Handschuhe, reich verzierte G√ľrtel und dazu einen Schleier oder aufw√§ndig bestickte Hauben.

Im Sp√§tmittelalter wurden die Frauenkleider noch k√∂rperbetonter. Sie hatten jetzt zum Beispiel auch einen tieferen Ausschnitt. Sie war farbenfroh und aus kostbaren Stoffen hergestellt. Anhand der Kopfbedeckung konnte man nun den Familienstand der Tr√§gerin ablesen. Unverheiratete Frauen trugen ein Schapel - das ist ein Kranz aus Bl√ľten oder auch aus Metall oder anderen Materialien, verheiratete Frauen trugen einen Schleier oder aufw√§ndige H√ľte.

Männerkleidung

Die M√§nner im Bauernstand trugen einen weiten Kittel und eine lange Hose. Wer sich keine Hose leisten konnte, wickelte sich dann eben einfach Lappen und Stoffst√ľcke um die Beine. Wenn es kalt war trugen die M√§nner der Bauern dazu noch einen kurzen Mantel, √§hnlich wie einen Poncho. Diese Art von Kleidung blieb bei den Menschen auf dem Land im Grunde im ganzen Mittelalter gleich.

Genau wie bei den Frauen war es bei den Reichen und Adeligen anders. Dort sah es so aus:

Im Fr√ľhmittelalter trug der vornehme Mann ganz √§hnlich wie die Bauern eine Tunika und dar√ľber einen kurzen Mantel. Je vornehmer der Mann war, desto enger und bunter war aber die Kleidung.

Bildqelle: Benutzer Waggerla in der Wikipedia

Im Hochmittelalter wurde die Tunika der M√§nner l√§nger und man trug eine zweite Tunika darunter. Damit man in der langen Tunika laufen konnte, hatte sie hinten und vorne einen Schlitz in den ein Stoffkeil eingesetzt war. Wenn es kalt war, trug man nach wie vor einen Mantel dazu, der jetzt auch l√§nger wurde. Dazu trugen die Adeligen enge Hosen, die man Beinlinge nannte und die meist aus Leder waren. Auf dem Kopf trugen auch die M√§nner manchmal H√ľte oder Hauben. Die Schuhe hatten ganz lange Spitzen vorne an den Zehen. Je l√§nger die Spitzen waren, desto vornehmer war der Mann.

Im Sp√§tmittelalter wurden jetzt die Oberteile wieder k√ľrzer und sie wurden immer enger - irgendwann so eng, dass man sie sich nicht mehr √ľber den Kopf ziehen konnte: Ab jetzt gab es Kn√∂pfe! Dazu trug man nun einen glockenf√∂rmigen Umhang, der an der rechten Schulter geschlossen wurde.

 

 


 

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