Natur und Umwelt

Juden im Mittelalter

Das Judentum ist eine große Religion, der sehr viele Menschen angehören. Juden leben vor allem in Europa, Israel und in den USA. Auf dem Foto siehst du eine „Menora“. Das ist ein siebenarmiger Kerzenleuchter aus der jĂŒdischen Religion.


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Vom 8. bis 10. Jahrhundert entstanden in Mitteleuropa die ersten jĂŒdischen Gruppen, die zusammen in einem Stadtteil wohnten. Die Juden, die wĂ€hrend des Mittelalters in Deutschland lebten, nennt man „Aschkenasim“. Sie hatten allerdings kein einfaches Leben zu der Zeit. Juden hatten in vielen LĂ€ndern weniger Rechte. Sie durften nicht alle Berufe machen und durften kein Land fĂŒr Ackerbau besitzen..

Also blieb vielen Juden nichts anderes ĂŒbrig als HĂ€ndler zu werden und Geld zu verleihen. Das funktionierte so: Wenn jemand Geld brauchte, ging er zu dem jĂŒdischen Kaufmann und lieh sich Geld. Wenn er das Geld dann dem Kaufmann wieder zurĂŒckgab, musste er einen extra Betrag zahlen, sogenannte Zinsen. Durch diese GeschĂ€fte wurden einige Juden sehr reich. Sonst gab es eigentlich niemanden, der diesen Beruf machte. Denn Christen und Muslimen ist es von Bibel und Koran verboten, Geld zu verleihen und dafĂŒr Zinsen zu kriegen..

Aber dass viele Juden so reich waren, machte die anderen Leute neidisch. Juden wurden oft verfolgt, viele getötet und ihre HĂ€user zerstört. Das nennt man „Pogrom“. Im Mittelalter gab es auch viele schwere Krankheiten, beispielsweise die Pest. DafĂŒr gaben die Bewohner einer Stadt dann den Juden die Schuld. Die Leute dachten, die Juden hĂ€tten die Brunnen vergiftet. Juden wurden seltener krank. Das machte die anderen misstrauisch. Allerdings haben Juden viele religiösen Reinigungsvorschriften. Das heißt, sie waschen sich fĂŒr das Gebet sehr regelmĂ€ĂŸig, was sie vor Bakterien und Viren schĂŒtzte..

Also leben seit mindestens 1.700 Jahren Juden in dem Gebiet, was heute Deutschland ist. Die jĂŒdischen Gruppen in Deutschland heute sind bunt gemischt. Sie sind zum Teil in Deutschland geboren worden oder aus unterschiedlichen LĂ€ndern der Welt nach Deutschland gekommen.

 

 


 

BerĂŒhmte Frauen im Mittelalter

MÀdchen und Frauen mussten den VÀtern oder EhemÀnnern gehorchen. Sie hatten nur wenige Möglichkeiten, selbst einen Beruf zu lernen und zu arbeiten. Die meisten halfen der Familie. Sie arbeiteten auf den Feldern, sie halfen beim Handwerk oder beim Verkaufen von Waren.

Es gibt aber auch Frauen, die anders waren und bis heute berĂŒhmt sind. So wie diese zwei Frauen


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Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen wird, als sie acht Jahre alt war, von ihrer Familie in ein Kloster gegeben. Ein Kloster ist ein Ort, an dem entweder nur Frauen oder nur MĂ€nner leben. Sie wollen Gott dienen und beten daher sehr viel. Sie kĂŒmmern sich auch um arme, kranke und alte Menschen.

Im Kloster lernte Hildegard Lesen, Schreiben und als Erwachsene wird sie die Leiterin des Klosters. Sie geht viel auf Reisen, was Frauen im Mittelalter nicht so hÀufig machten.

Hildegard interessierte sich sehr fĂŒr Pflanzen und KrĂ€uter, die gegen Krankheiten helfen. Sie schrieb darĂŒber BĂŒcher. Diese BĂŒcher kann man noch heute kaufen und viele ihrer Rezepte werden bis heute gegen Krankheiten angewandt.

Maria Goltslegerrsa

Maria war lebte im 14. Jahrhundert, also vor 800 Jahren, in Köln. Sie war GoldschlÀgerin. Ihr Nachname, Goldslegerrsa, deutet auf diesen Beruf hin.

Goldschmied und GoldschlĂ€ger waren im Mittelalter ganz tolle Berufe. Sie machten dĂŒnne Goldbleche, die dann zu GoldfĂ€den verarbeitet wurden. Die Herstellung der GoldfĂ€den war einer der wenigen Frauenberufe im Mittelalter. Maria aber hat auch die dĂŒnnen Goldbleche hergestellt. Vielleicht war sie eine Frau eines Goldschmiedes und hat nach seinem Tod seine Arbeit weitergemacht.

 

 


 

Kindheit im Mittelalter


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Wie sieht dein Alltag aus? Du gehst zur Schule, spielst mit deinen Freundinnen oder Freunden, machst Hausaufgaben, hilfst deinen Eltern etwas im Haushalt oder beim Einkaufen? Und vielleicht machst du Sport oder Musik in einem Verein.

Nun stell dir vor, du lebst vor ĂŒber 1000 Jahren. Da war das Leben ganz anders. Es gab kein Strom, kein fließend Wasser, keine Autos. Die Wege waren aus Lehm. Gekocht wurde auf offenem Holzfeuer. Heizungen hatten die Wohnungen nicht. Außer dem Feuer zum Kochen gab es nur bei reichen Familien noch weitere Kachelöfen oder offene Kamine, die die Zimmer etwas warm machten.

Als Kind im Mittelalter hing dein Alltag sehr davon ab, wie arm oder reich deine Familie war. Wenn deine Familie reich war, viel Land besaß und Arbeiter hatte, die fĂŒr die Familie auf den Feldern arbeiteten, hattest du bestimmt Unterricht durch einen Privatlehrer. Der hat dir Lesen, Schreiben und Rechnen beigebracht. Dazu Religion und die Geschichte ĂŒber die Könige und Herrscher. Du hast Gedichte und MĂ€rchen auswendig gelernt und vielleicht auch ein Musikinstrument oder Singen gelernt.

Als MĂ€dchen hat deine Mutter dir NĂ€hen, Sticken, Weben und Spinnen beigebracht. NatĂŒrlich auch Kochen, GemĂŒse- und KrĂ€uteranbau und wie man Krankheiten behandelt. MĂ€dchen aus reichen Familien lernten auch Reiten. Allerdings ritten Frauen wegen ihrer langen Kleider im Damensattel. Da sind beide Beine auf der einen Seite des Pferdes. Vorne am Sattel war eine Halterung, um die ein Bein gelegt wurde.

Als Junge hast du Reiten, Schwimmen und KÀmpfen gelernt. Du musstest Erwachsene am Tisch bedienen und höfliches Benehmen lernen. Dazu bist du oft schon im Alter von 7 Jahren in eine andere Familie geschickt worden.

SpĂ€ter dann hast du als Knappe (Diener) fĂŒr einen Ritter gearbeitet. Du musstest dich um sein Pferd kĂŒmmern und ihm helfen, seine RĂŒstung anzulegen. Du hast Bogenschießen gelernt und mit dem Schwert zu kĂ€mpfen. Mit 21 Jahren bist du dann selbst Ritter geworden.

Wenn du in einer Handwerkerfamilie oder HĂ€ndlerfamilie aufgewachsen bist, bist du vielleicht fĂŒr einige Jahre in eine der wenigen Schulen gegangen, die die Kirchen angeboten haben. Als Junge hast du Lesen, Schreiben und Rechnen meistens da gelernt, wo du auch deinen Beruf gelernt hast. Mit sieben wurdest du deswegen zu einer anderen Familie geschickt. Dort wurde dir alles beigebracht.

Als Kind von Bauern oder Familien, die kein eigenes Land hatten und fĂŒr die Reichen auf deren Feldern arbeiten mussten, hast du von klein auf zusammen mit deinen Eltern mitarbeiten mĂŒssen. Vermutlich hast du nie eine Schule besucht und auch nicht Schreiben und Lesen gelernt.

SpÀtestens mit 14 wurdest du wie ein Erwachsener behandelt. Die Jungen mussten wie die Erwachsenen arbeiten. Die MÀdchen wurden in dem Alter verheiratet und mussten dann alle Hausarbeiten machen.

Die Kinder wurden streng erzogen. SchlĂ€ge waren eine ĂŒbliche Bestrafung. Kinder ab sieben Jahren konnten wie Erwachsene wegen Diebstahls bestraft und sogar getötet werden.

 

 


 

Kinderspiele im Mittelalter


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Viele Spiele, die die Kinder vor 1500 Jahren gespielt haben, kennst du auch. Die Kinder spielten Fangen, Blinde Kuh, Verstecken, Schnitzeljagd, Ringen und verschiedene Ballspiele. Die BĂ€lle wurden aus Stoffen oder Leder gemacht oder es wurde die Blase von einem Schwein mit getrockneten Erbsen gefĂŒllt.

Sie bauten mit Sand oder Erde TĂŒrme, HĂ€user und Burgen. Es gab HĂŒpfspiele und Geschicklichkeitsspiele wie Radschlagen und Handstand.

In England gab es das Kinderspiel „pitch me“ – Kneif mich. Das könnte ganz lustig sein, oder nicht?

Auch Fußball wurde gespielt, allerdings gab es keine Regeln wie heute. Es konnten bis zu 100 Menschen pro Mannschaft teilnehmen. Das Spiel war eher eine SchlĂ€gerei, bei der man versuchte, den kleinen Ball in das Tor zu bekommen. Daher durften nur Erwachsene mitspielen.

Die Kinder spielten Ringe werfen oder mit Kreiseln, Murmeln, selbstgebastelten WindrĂ€dchen und mit Puppen und Tieren aus Holz, Ton oder Stoffresten. Die konnten sie selbst machen. Selbst Seifenblasen pusten gab es. Das machte man mit einer Pfeife. Viele Spiele wie Bogenschießen oder SchwertkĂ€mpfe sollten die Jungen auf den Kampf vorbereiten. Als Kinderspiel beliebt waren HahnenkĂ€mpfe. Zwei HĂ€hne wurden aufeinandergehetzt und der Besitzer des Hahns, der zuerst flieht, hat verloren.

Kartenspiele gab es noch nicht. Erst zum Ende des Mittelalters wurde in Europa die Papierherstellung bekannt und die Technik, Papier zu bedrucken, wurde noch spĂ€ter erfunden. Aber es gab verschiedene WĂŒrfelspiele. Die Menschen spielten auch Schach, Backgammon oder MĂŒhle. Die WĂŒrfel und Spielfiguren wurden aus Knochen geschnitzt.

Im Winter liefen die Kinder auf zugefrorenen Seen und BĂ€chen Schlittschuh. Die machte man aus Tierknochen, die glatt geschliffen wurden und unter die Schuhe gebunden wurden. Reiche Leute hatten Falken fĂŒr die Jagd. Das war ein sehr beliebter Sport, auch fĂŒr Frauen. Sie richteten kleine Falken und Sperber ab, die MĂ€nner grĂ¶ĂŸere Falken und Bussarde.

 

 


 

Kinderkleidung im Mittelalter

Wenn du morgens aufstehst, wĂ€schst du dir das Gesicht und die HĂ€nde. Meistens behĂ€ltst du dein Unterhemd an, in dem du geschlafen hast. Gewaschen hast du dich nicht so oft. Im Sommer konntest du im Fluß oder im See baden.

Deine Kleidung ist so wie bei den Erwachsenen: die Unterhose, Bruche genannt, die bis zum Knie geht. Über das Unterhemd kommt die Tunika, darĂŒber noch ein Überkleid oder der Umhang mit der Kapuze. Beim Spielen und Arbeiten hast du dir bestimmt oft das Unterhemd und die Tunika vorne in die Unterhose gesteckt, damit du nicht ĂŒber diese bodenlange Kleidung stolperst. Als Kind von armen Leuten und Bauern hast du bestimmt die Kleidung getragen, die deine Ă€ltern Geschwister vor dir schon getragen haben. Das ist heute auch nicht immer anders.

Und du bist viel barfuß gelaufen und hast nur bei kaltem Wetter einfache Schuhe aus Leder getragen. Als Kind aus reichen Familien konntest du Schuhe aus gefĂ€rbten Leder tragen. Die Kleidung der einfachen Menschen wird von den Frauen der Familie gemacht. Sie spinnen die Wolle, weben die Stoffe, fĂ€rben diese und nĂ€hen die Kleider. Die Stoffe sind grob und meistens in den Farben beige, braun oder grau. Reiche Leute konnten bunte Stoffe kaufen und diese schön besticken lassen. Sogar mit GoldfĂ€den oder Perlen. Daher stammt auch der Begriff: gut betucht sein. Das heißt, dass jemand viel Geld hat.

 

 


 

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