Natur und Umwelt

Rosa und Blau


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Die Farbe Rosa gehört zu Mädchen, die Farbe Blau zu Jungen. Nicht nur Kleidung, auch Spielsachen und Bücher zeigen durch diese Farben, wer sie kaufen soll und zu wem sie gehören sollen.

Aber wer hat das eigentlich bestimmt, dass Rosa zu Mädchen und Blau zu Jungen gehört???

Das ist eigentlich erst seit 100 Jahren so. Davor war Rosa als „kleines Rot“ eine Farbe für Jungen. Rot stand für Mut, Kraft und Stärke. Rosa als zarter Rotton passte daher für Jungen.
1897 wurde der FuĂźballclub Juventus Turin gegrĂĽndet und die Mannschaft spielte in rosa Trikots, weil Rosa die Farbe Kraft und Entschlossenheit darstellte.
Blau war früher in Europa die Farbe für Mädchen. Vielleicht, weil in der christlichen Religion die Farbe Blau mit Maria verbunden ist.

Als man Farben nicht mehr aus Pflanzen herstellte, sondern in Fabriken künstliche Farben in großen Mengen gemacht wurden, konnten Kleidungsstücke besser gefärbt werden. Auf blauen Kleidungsstücken sah man Flecke nicht so sehr. Daher wurde Arbeitskleidung gerne mit einem kräftigen Blau gefärbt. Matrosenanzüge, Blaumänner oder auch Blue Jeans wurden von Männern getragen und so wurde Blau zu einer männlichen Farbe. Für die Mädchen blieb das Rosa übrig.
Inzwischen ist Rosa wieder eine Modefarbe für Männer geworden. Eigentlich ist es auch egal, wer welche Farbe trägt. Hauptsache, man mag diese Farbe. 

 


 

Kunterbunte Häuser und knallgelbe Sonnenblumen:
Die fantasievolle Welt der Farben in der Kunst

Farbige Bilder in dunklen Höhlen

Schon in der Steinzeit hatten die Menschen Farben, um Bilder auf Höhlenwände zu malen. Sie stellten sie aus den färbenden Bestandteilen von Pflanzen oder Tieren her. Diese färbenden Bestandteile nennt man auch Pigmente.  Aus verkohlten Knochen konnte man schwarze Farbe machen. Aus Steinen konnten die Menschen Ocker gewinnen. Ocker konnte Rot oder Gelb oder Braun sein. Heute ist die Farbe Ocker meistens als dunkler Gelbton bekannt. Findest Du die Farbe in deinem Farbkasten? Wenn du mehr zu Ocker wissen möchtest, schau doch mal in den Text über die Farben in der Natur!




Farbe aus dem Farbkasten? Die gab es lange Zeit nicht!

Viele Jahrhunderte nach der Steinzeit mussten Maler ihre Farben immer noch selbst anrühren. Es gab Pigmente zum Beispiel in Apotheken zu kaufen. Um mit der Farbe malen zu können, mussten die Pigmente mit einem Bindemittel vermischt werden. Manche Farben wurden mit Wasser oder Leim vermischt, andere zum Beispiel mit Eigelb und Öl. Mit einem Farbkasten ist es heute zum Glück ganz einfach: Du musst die Farben nur mit Wasser mischen und es kann sofort losgehen!


Die erste Farbe aus der Tube

Ab dem 19. Jahrhundert (so nennt man die Zeit zwischen den Jahren 1800 und 1900) wurden viele Farben künstlich hergestellt. Im Jahr 1841 gab es dann die erste Farbtube aus Metall zu kaufen. Nun konnten Künstler die Farben überall hin mitnehmen und auch ganz bequem draußen malen. Eine Farbtube hast Du auch in Deinem Farbkasten: Nämlich das Deckweiß!


HĂĽpfende Farbwesen auf der Leinwand

Der französische Maler Paul Cézanne (man spricht ihn „Pol Zesann“ aus) war froh, als es endlich Farben in einer Tube zu kaufen gab. Er malte besonders gerne draußen in der Natur. Am liebsten malte er Berge und Häuser. Berühmt sind aber auch seine Stillleben. So nennt man Darstellungen von Dingen, wie Früchten und Blumen auf einem Tisch. Unten siehst du ein Stillleben des Malers. Paul sagte einmal, dass er sich die Farben als kleine Wesen vorstelle. Diese kleinen Wesen hüpften in seiner Vorstellung über die Leinwand und suchten sich ihren eigenen Platz. Ist das nicht eine lustige Vorstellung? Wenn Du genau hinsiehst, erkennst Du, wie wichtig ihm die Farben waren. Er malte zum Beispiel keine schwarzen Umrisse um die einzelnen Dinge. Paul fand, dass schwarzen Linien von den schönen bunten Farben ablenken würden. Die Farben sollten nicht „eingesperrt“ sein von einer Linie, sondern ganz frei.




Sonnenblumen und wirbelnde Sterne

Ein Künstler, der leuchtende Farben liebte, war Vincent van Gogh (man spricht ihn „Vinzent van Goch“ aus). Er malte zum Beispiel besonders gerne mit den sogenannten Komplementärfarben. So nennt man Farben, die sich im Farbkreis gegenüberstehen. Auf dem Bild unten seht ihr, dass Blautöne gegenüber von Orangetönen stehen.



Für sein berühmtes Bild „Sternennacht“ benutzte Vincent besonders viel Blau und Orange oder Gelb. Dadurch entstanden starke Gegensätze, man nennt das auch „Kontraste“. Das Bild leuchtet richtig und durch die vielen Wirbel aus kleinen Pinselstrichen wird einem fast schwindelig!


Besonders gerne malte Vincent auch Sonnenblumen. Auf dem Bild unten trug er die Farbe ganz dick auf die Leinwand auf. Dadurch kommen die Blumen ein bisschen aus dem Bild heraus. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Farbpigmente auf den Sonnenblumenbildern verblassen. Als Vincent sie gemalt hat, haben sie wohl viel mehr geleuchtet als heute.

 


Heute sehen wir Bilder ganz anders

Nicht nur Vincents Sonnenblumen „welken“ langsam: Wenn wir heute ein Bild betrachten, sehen wir es vielleicht an einem Computerbildschirm oder in einem Museum. Dort ist das Licht oft sehr hell. Bilder, die zum Beispiel vor 500 Jahren gemalt wurden, konnte man damals nur am Tag oder bei Kerzenschein betrachten. Es gab nämlich noch keine elektrische Beleuchtung. Es kann also gut sein, dass die Menschen in anderen Zeiten die Bilder ganz anders gesehen haben, als wir sie heute sehen.


Farbenchaos und ruhige Linien

Im 20. Jahrhundert, also in der Zeit zwischen 1900 und 2000, machten viele Künstlerinnen und Künstler Experimente mit Farben. Manche Künstler verteilten ganz viel Farbe auf einer Leinwand. Der amerikanische Künstler Jackson Pollock tauchte den Pinsel in Farbe und schleuderte ihn dann kreuz und quer bis die Leinwand ganz voll war mit Farbe. Ein ganz schönes Chaos! Andere Künstler wollten lieber nur die Grundfarben benutzen. Der Künstler Piet Mondrian aus den Niederlanden malte zum Beispiel nur einzelne Felder mit den Farben Rot, Blau und Gelb aus. Piet mochte seine Bild so, weil sie sehr ruhig und geordnet aussahen.



Eine Villa Kunterbunt in Wien

Der Künstler Friedensreich Hundertwasser mochte es am liebsten richtig bunt. In Wien gibt es einige große Häuser, die er richtig bunt angemalt hat. Sie sehen aus, wie Fantasiehäuser.


Fröhliche Figuren in Regenbogenfarben

Die Künstlerin Niki de Saint Phalle [man spricht ihren Namen „Nicki de Sso Fall“ aus] liebte Farben auch sehr. Sie machte viele Skulpturen, die sie mit allen möglichen bunten Farben anmalte. Ihren Figuren gab sie auch einen Namen, sie nannte sie „Nanas“. Das ist französisch und bedeutet „Frau“ oder „Mädchen“. Niki wollte allen Menschen, die ihre Kunstwerke sehen, eine Freude machen. Und wer ist nicht fröhlich, wenn er wunderschöne bunte Farben sieht?




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Was sind Farben eigentlich?

 

Bildquelle: Pixabay

 

Die Welt um euch herum nehmt ihr als bunt wahr: Die Wiese ist grün, der Himmel blau und die Blumen auf der Wiese haben alle mögliche Farben. Euer T-Shirt ist weiß und euer Fahrrad orange.

Aber jetzt kommt was ganz seltsames: Eigentlich gibt es gar keine Farben in der Natur!

Wie kann das denn sein, wenn wir doch trotzdem alles bunt sehen?

Ganz einfach – naja, ganz einfach ist es nicht, das zu erklären: Die Farben entstehen erst in unserem Gehirn!

In Wirklichkeit ist das, was bei unseren Augen ankommt erst einmal nur von einem Gegenstand zurückgeworfenes Licht, das eine bestimmte Wellenlänge hat (Licht besteht aus Wellen, die unterschiedliche Längen haben können). Das, was unser Gehirn dann z.B. zu der Farbe rot „umrechnet“ ist Licht mit einer großen Wellenlänge. Solange das Licht auf nichts trifft, das es zurückwirft, ist es für unsere Augen übrigens farblos.

Was wir am Ende sehen liegt aber auch an der Oberfläche des Gegenstands, den wir ansehen, denn je nachdem auf welche Oberfläche die Lichtwellen auftreffen, werden sie anders zurückgeworfen. Je nach Eigenschaft der Oberfläche werden bestimmte Anteile des Lichts stärker zurückgeworfen als andere. Wenn man nun z.B. eine grüne Wand in einer anderen Farbe anstreicht führt das Auftragen der Farbe dazu, dass die Oberfläche eine andere Eigenschaft als vorher hat – und das sieht für Dein Auge anders aus.

Farben sind also tatsächlich Lichtwellen mit verschiedenen Wellenlängen, die in unsere Augen fallen und die von unserem Gehirn dann erst zu Farben „umgerechnet“ werden. Das führt übrigens auch dazu, dass nicht jeder dieselbe Farbe gleich sieht.

Wie genau das mit dem Auge, dem Gehirn und dem Licht funktioniert, findet ihr in dem Artikel über das Farbsehen.  

Wenn man ein so genanntes Prisma – das ist ein speziell geschliffenes Stück Glas - in die Sonne hält, kann man die als Wellen verschiedener Länge im Sonnenlicht enthaltenen Farben sichtbar machen: Es erscheint ein Regenbogen. Dieses Experiment hat der Forscher Isaac Newton schon vor mehr als 350 Jahren gemacht. 

 


 

Das schwärzeste Schwarz

Der Nachthimmel, die Flecken mancher Kühe, verbranntes Mittagessen. All diese Dinge haben eines gemeinsam: Sie sind schwarz. Schwarz wird oft als Farbe bezeichnet, auch wenn es streng genommen keine Farbe ist. Denn wir sehen Farben nur, wenn Licht auf farbige Dinge fällt und von diesen in unsere Augen weitergeleitet wird.
Lest hierzu auch gerne unsere Erklärung zum Thema „Wie sehen wir Farben?“ 

Schwarz verschluckt das Licht

Schwarze Objekte nehmen alle Lichtstrahlen auf. Das heißt, dass bei unseren Augen keine Lichtstrahlen ankommen. Und nicht nur das: Auch die Lichtenergie wird aufgenommen und gespeichert. Deshalb ist es auch in einem schwarzen T-Shirt wärmer als in einem weißen. Wenn zum Beispiel nachts keine Lichtstrahlen da sind, sehen wir keine Farben. Alles ist grau oder schwarz. Deshalb gibt es auch das Sprichwort „Nachts sind alle Katzen grau“.


Probiere es selbst aus!

Wie schwierig es ist, in einer dunklen Umgebung Farben zu erkennen, könnt ihr auch selbst einmal ausprobieren: Verdunkelt ein Zimmer, lasst aber noch etwas Licht, damit ihr euch noch orientieren könnt. Jetzt versucht einmal, die Farben von verschiedenen Dingen zu erraten. Gar nicht so einfach, oder?
Zurück zu unserer „Nicht“-Farbe Schwarz: Ist Schwarz gleich Schwarz? Nein. Genau wie bei den Farben gibt es auch verschiedene Grau- und Schwarzstufen. Das erkennt man besonders gut auf Schwarz-Weiß-Bildern: Jede einzelne Farbe wird in einen Grauton umgewandelt. Als Faustregel gilt: Je mehr Licht die (Nicht-)Farbe „verschluckt“, desto dunkler sehen wir sie.

 

 

Schwärzer als schwarz? Das geht!


Vor ein paar Jahren, im Jahr 2014, haben Forscher aus England lange geknobelt: Sie wollten das „schwärzeste Schwarz der Welt“ herstellen. Und es ist ihnen gelungen! Sie haben das Schwarz „Vantaschwarz“ genannt. Es verschluckt über 99,9 Prozent der Lichtstrahlen. Das ist schwer vorstellbar, oder? Deshalb hier ein paar Beispiel: Dinge, die mit dem „Vantaschwarz“ angemalt werden, sind so dunkel, dass sie keine erkennbaren Umrisse mehr haben. Sie sind kaum noch zu sehen. In einem Museum ist ein Mann sogar in ein „vantaschwarzes“ Loch gefallen, weil er es überhaupt nicht gesehen hat! Der Künstler Anish Kapoor hatte das Loch mit dem neuen Schwarz ausgemalt.


Doch der Rekord für das schwärzeste Schwarz wurde im letzten Jahr noch einmal gebrochen. Wissenschaftler aus den USA haben ein noch schwärzeres Schwarz als das „Vantaschwarz“ entwickelt. Es ist sehr aufwendig, das künstliche schwärzeste Schwarz herzustellen. Deshalb kann man es nicht kaufen. Benutzt wird es vor allem in der Wissenschaft: Zum Beispiel für Kameras oder Teleskope, mit denen man in den Weltraum schauen kann.

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Farbsehen


Wir haben schon gelesen, dass Licht aus Wellen mit verschiedener Länge besteht. Diese Lichtwellen treffen also auf unser Auge.

Die Hornhaut – damit ist unser Auge bedeckt – bündelt das Licht nun auf seinem Weg zur Pupille. Die Pupille ist der „schwarze Fleck“ in der Mitte Deiner Iris (das ist der farbige Teil Deines Auges). Die Pupille kann sich weiten oder zusammenziehen, um mehr oder weniger Licht in Dein Auge fallen zu lassen. Durch die Linse, die hinter Deiner Pupille sitzt, und die das Licht weiter bündelt, fällt das Licht nun weiter auf die Netzhaut im hinteren Teil Deines Auges.

Da wo die Nr. 13 steht, ist die Netzthaut, wo die lichtempfindlichen Zellen sitzen
Bildquelle: Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Die Netzhaut ist bedeckt von lichtempfindlichen Zellen, die Stäbchen und Zapfen genannt werden.

Die Stäbchen sind dafür da, dass wir hell und dunkel wahrnehmen können, die Zapfen dagegen für die Farbwahrnehmung. Von den Zapfen gibt es drei verschiedene Arten, von denen jede auf eine andere Lichtwellenlänge spezialisiert ist. Vereinfacht gesagt haben wir jeweils einen Zapfen für die Wahrnehmung von blau, grün und rot. Alle anderen Farben lassen sich „mischen“, indem mehr als zwei oder drei Zapfen gleichzeitig angeregt werden. Damit wir gelb sehen, wird der Zapfen für grün und rot angeregt, wenn wir weiß sehen alle drei Zapfen. Wie man sich das genau vorstellen muss, erfährst Du in dem Artikel über die Farbmischungen.

Das menschliche Auge hat am meisten Zapfen, die auf die Wahrnehmung von langwelligem Licht spezialisiert sind. Das bedeutet, dass wir am besten warme Farben wie Rot- und Gelbtöne sehen können.

Die Zapfen können aber nicht alle Arten von Lichtwellen wahrnehmen. Besonders kurze Lichtwellen (weniger als 400 Nanometer – ein Nanometer ist eine sehr kleine Einheit) und besonders lange Lichtwellen (mehr als 700 Nanometer) können die Zapfen in unseren Augen nicht wahrnehmen. Wir sehen also gar nicht alles, was die Natur eigentlich an Farben zu bieten hätte.

Das menschliche Auge kann also konkret die Farben Violet, Indigo, Blau, Grün, Gelb, Orange und Rot, sowie alle Mischungen davon sehen. Ein Zapfen im menschlichen Auge ist dabei für mehr als eine Farbe zuständig, z.B. der Zapfen für „Rot“ für alle „warmen“ Töne (rot, orange, gelb). Heute geht die Wissenschaft davon aus, dass der Mensch ungefähr 200 einzelne Farbtöne unterscheiden kann. Das klingt erst einmal ziemlich wenig, aber wenn man noch die Abstufungen derselben Farbtöne dazunimmt, kann man davon ausgehen, dass unser Auge tatsächlich mehrere Millionen Farben unterscheiden kann. Mit Abstufungen ist die Helligkeit und die Sättigung (also wie „knallig“ oder blaß eine Farbe ist) einer Farbe gemeint.

 


 

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