Natur und Umwelt

Kleidung

Wie viele Kleidungsst├╝cke hast du?

Z├Ąhl die mal. Brauchst du das alles? Die T-Shirts, Pullover und Hosen werden in riesigen Fabriken gen├Ąht. Diese sind meistens in asiatischen L├Ąndern. Die Menschen, die deine Kleidung herstellen, bekommen sehr wenig Geld f├╝r ihre Arbeit.

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Kleidung wurde vor 100 Jahren aus nat├╝rlichen Materialien gemacht: aus Wolle, Baumwolle, Leinen (das ist eine Pflanze) oder aus Leder. Heute werden die meisten Kleidungsst├╝cke aus k├╝nstlichen Materialien hergestellt, die aus Erd├Âl gemacht werden. Kunstfasern nennt man das. Das ist eine Art Plastik. Das bleibt f├╝r viele hundert Jahre als kleinste Teile in der Umwelt.

F├╝r die Herstellung von Kleidung wird sehr viel Wasser verbraucht. Und es wird viel Energie f├╝r die Herstellung der Stoffe und den Transport von den Fabriken bis in die Gesch├Ąfte ben├Âtigt. Beides ist schlecht f├╝r die Umwelt. Das m├╝ssen wir ├Ąndern, damit wir eine bessere Zukunft haben.

Wir k├Ânnen heute schon Kleidung upcyclen, also gebrauchte Kleidung so ├Ąndern, dass sie wieder wie neu wirkt. Wir k├Ânnen darauf achten, Kleidung aus Naturmaterial zu kaufen. Und wir m├╝ssen nicht jeden Modetrend mitmachen und einfach weniger Kleidung kaufen.

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In der Zukunft hat man weniger eigene Kleidung. Es gibt ÔÇ×Kleider-Leihh├ĄuserÔÇť. Dort gehst du hin und suchst dir f├╝r einen Monat die Hosen, Jacken, Pullover und T-Shirts aus, die du brauchst. Die ausgeliehene Kleidung gibst du zur├╝ck. Sie wird im Leihhaus gereinigt und repariert, falls etwas kaputt ist. Zu Hause hast du nur Socken, Unterw├Ąsche und einige besondere Lieblingsst├╝cke.

Schau mal, ob es in deinem Stadtteil eine Kleider-Tausch-Party gibt. Du bringst 2 oder 3 eigene Kleidungsst├╝cke mit, die dir nicht mehr passen und kannst dir dann 2 oder 3 andere Kleidungsst├╝cke aussuchen.

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Die Kleidung in der Zukunft wird mehr k├Ânnen. Sie k├Ânnte sich den Temperaturen anpassen. Mit feinen Dr├Ąhten und einer Energiequelle, die sich aus deinen Bewegungen aufl├Ądt, k├Ânnte sich das T-Shirt oder die Hose aufw├Ąrmen oder abk├╝hlen. Dann brauchst du keine Winter- und Sommersachen mehr. Praktisch w├Ąre auch eine integrierte Taschenlampe, f├╝r den Fall, dass man im Dunklen unterwegs ist.

Kleidung k├Ânnte deine Stimmung zeigen. Kleine Sensoren (elektronische F├╝hler) im T-Shirt verbinden sich mit deinem Gehirn und ver├Ąndern je nach Stimmung die Farbe von deinem T-Shirt. Rot f├╝r Wut, grau f├╝r Traurigkeit, Gr├╝n f├╝r zufrieden. Andere Sensoren k├Ânnten Ber├╝hrungen ├╝bertragen. Dann vibriert dein T-Shirt leicht, wenn deine Eltern von zu Hause oder von der Arbeit eine App aktivieren. Das w├Ąre doch sch├Ân, wenn man gerade eine Klassenarbeit schreibt und durch so ein elektronisches ÔÇ×StreichelnÔÇť ermuntert wird.

In dem Film ÔÇ×Zur├╝ck in die Zukunft IIÔÇť passt sich die Kleidung der Gr├Â├če der Menschen an. Die ├ärmel an den Jacken ziehen sich zusammen. Auch das w├Ąre praktisch, dann kann man ein Teil f├╝r viele Familienmitglieder kaufen. Die Hose oder der Pullover passt dann allen Geschwistern.

 


 

Bedrohtes Paradies: Wie der Klimawandel den Meeresspiegel und die Pazifikinseln beeinflusst

Bildquelle: Stefan Lins, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Begleitet Emi auf einer besonderen Reise in die faszinierende und atemberaubende Welt der Pazifikinseln. Doch unter der Oberfl├Ąche des glitzernden Wassers und den tropischen Paradiesen verbirgt sich eine ernste Bedrohung ÔÇô der Klimawandel und seine Auswirkungen auf den steigenden Meeresspiegel. Taucht mit uns ein, w├Ąhrend wir untersuchen, wie dieser globale Wandel die exotische Pazifikinselwelt beeinflusst.

Die pazifische Inselwelt ist wie ein geheimer Schatz des Ozeans, mit ihren strahlend wei├čen Str├Ąnden, ├╝ppigen Regenw├Ąldern und kristallklaren Gew├Ąssern. Aber der Klimawandel wirft dunkle Wolken ├╝ber dieses Paradies. Eine der gr├Â├čten Sorgen ist der steigende Meeresspiegel. Wenn die Temperaturen weltweit ansteigen, schmelzen die Gletscher und die Eisberge in den polaren Regionen, wodurch das Meerwasser mehr Platz einnimmt und steigt.

Das klingt nach einer unsichtbaren Gefahr, oder? Doch die Auswirkungen sind sehr real. K├╝stenregionen und niedrig gelegene Inseln geraten in Gefahr. Einige Inseln im Pazifik sind nur wenige Meter ├╝ber dem Meeresspiegel, was sie besonders anf├Ąllig macht. Ganze Gemeinden m├╝ssen umziehen, weil ihre H├Ąuser und D├Ârfer durch das ansteigende Wasser bedroht sind. Das ist, als w├╝rde das Paradies langsam im Ozean versinken.


Bildquelle: Pixabay
Ein anschauliches Beispiel ist die Inselgruppe Tuvalu. Die Bewohnerinnen und Bewohner dieser idyllischen Inseln sehen sich mit einer be├Ąngstigenden Realit├Ąt konfrontiert ÔÇô der steigende Meeresspiegel bedroht ihre Heimat. Einige Teile von Tuvalu sind bereits ├╝berflutet worden und die Menschen m├╝ssen Wege finden, um mit den Ver├Ąnderungen umzugehen. Das ist, als w├╝rden sie gegen die Gezeiten k├Ąmpfen und gleichzeitig nachhaltige L├Âsungen suchen.

Aber der Klimawandel bringt nicht nur das Wasser n├Ąher, sondern auch st├Ąrkere St├╝rme und ver├Ąnderte Wetterbedingungen. Das f├╝hrt zu ├ťberflutungen und Erosion, die die fragile Inselumgebung beeintr├Ąchtigen. Die Mangrovenw├Ąlder, die als nat├╝rliche Schutzbarrieren dienen, sind ebenfalls gef├Ąhrdet.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten an L├Âsungen wie K├╝stenschutzma├čnahmen und nachhaltigen Bauweisen, um die pazifische Inselwelt zu unterst├╝tzen.

 


 

Eine kleine Geschichte der Kinderrechte

Vielleicht hast du schon einmal von den Menschenrechten geh├Ârt. Das Wort setzt sich zusammen aus ÔÇ×MenschenÔÇť und ÔÇ×RechteÔÇť. Doch was sind Rechte? Stell dir vor, du hast eine Liste mit besonderen Dingen, die dir geh├Âren, und die dir helfen, gl├╝cklich und sicher zu sein. Diese besonderen Dinge nennt man Rechte. Du hast zum Beispiel ein Recht auf Essen und Schlafen. Und was sind Menschen? Nun, das sind wir alle.


Bild 1: Kein Mensch ist Illegal; Bildquelle: Wikimedia Commons; 
Menschenrechte sind also Rechte, die wir alle haben, weil wir Menschen sind ÔÇô egal wo wir herkommen, wie wir aussehen oder an welche Religion wir glauben. Nicht nur du, sondern jeder Mensch hat ein Recht auf Essen und Schlafen ÔÇô egal ob er in Deutschland, S├╝dafrika oder China wohnt. Menschenrechte helfen uns, miteinander fair und nett umzugehen.

Was sind Kinderrechte?

Doch wusstest du schon, dass es Kinderrechte gibt? Das sind dann wohl besondere Dinge, die dabei helfen, dass Kinder gl├╝cklich und sicher sind. Alle Kinder auf der ganzen Welt haben sie, weil sie Kinder sind. Das ist auch gut so, denn Kinder brauchen manchmal etwas Anderes als Erwachsene. Sie wollen zum Beispiel viel mehr spielen! Deshalb gibt es auch das Kinderrecht auf Freizeit, Spiel und Erholung. Wie alle anderen Kinderrechte auch, steht das Recht auf Freizeit in einem ganz wichtigen Text: In der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen.


Bild 2: Logo der Vereinten Nationen; Bildquelle: Pixabay
Puh, das klingt schon wieder so kompliziert. Ist es aber gar nicht. Eine Konvention ist einfach eine Regel, der man zustimmt. Und die Vereinten Nationen sind so etwas wie ein Club in dem fast alle L├Ąnder der Welt sind. Sie setzen sich f├╝r den Weltfrieden und die Sicherheit der Menschen ein. Deshalb haben sie alle dem wichtigen Text mit den Kinderrechten zugestimmt. Aber obwohl sie den Kinderrechten zugestimmt haben, halten sich nicht alle L├Ąnder immer daran. Immer noch leiden ganz viele Kinder ├╝berall auf der Welt. Sie haben zu wenig zu essen und niemanden, der sich um sie k├╝mmert. Sie k├Ânnen nicht zur Schule gehen und schon gar nicht spielen. Aber seit es den Text mit den Kinderrechten gibt, kann man diesen L├Ąndern einen Vorwurf machen. Das hei├čt, man kann ihnen sagen, dass sie sich besser um die Kinder k├╝mmern m├╝ssen. Schlie├člich haben sie es versprochen!

Woher kommen die Kinderrechte?

Doch das war nicht immer so. Den Text mit den Kinderrechten gibt es erst seit ungef├Ąhr 40 Jahren. Um genau zu sein, seit 1989. Und bis dahin war es ein langer Weg. Denn fr├╝her dachten die Leute, dass Kinder keine Rechte haben. Sie dachten, dass Kinder den Eltern geh├Âren und die Eltern mit den Kindern machen k├Ânnen, was sie wollen. Bei den meisten Familien bedeutete das, dass die Kinder ganz viel arbeiten mussten, egal ob zuhause, auf dem Land, oder in der Werkstatt.


Bild 3: Kinderarbeit; Bildquelle: Pixabay
Als vor zweihundert Jahren immer mehr gro├če Fabriken entstanden, mussten die Kinder auch dort an den riesigen Maschinen arbeiten. Das war sehr gef├Ąhrlich. Es passierten viele Unf├Ąlle. Au├čerdem arbeiteten die Kinder so lange, dass sie kaum Freizeit hatten und nicht zur Schule gehen konnten. Das fanden einige Menschen so ungerecht, dass sie sich dar├╝ber beschwerten. Deshalb wurden im Lauf des 19. Jahrhunderts immer mehr Regeln aufgestellt, die Kinder vor zu viel Arbeit sch├╝tzen sollten. Dabei ging es jedoch nicht immer um das Gl├╝ck der Kinder. Die Kinderarbeit wurde auch deshalb verk├╝rzt, damit die Kinder in Zukunft noch gesund genug sind, um gute Arbeiter oder Soldaten zu werden.

Im 20. Jahrhundert wurde dar├╝ber anders nachgedacht. Einige schlaue Menschen fanden, dass das Gl├╝ck des Kindes in der Erziehung im Mittelpunkt stehen sollte. Zum Beispiel die ber├╝hmte italienische ├ärztin Maria Montessori oder die Schwedin Ellen Kay. Sie nannte das 20. Jahrhundert das ÔÇ×Jahrhundert des KindesÔÇť. Damit sollte Ellen Kay Recht behalten, denn in diesen hundert Jahren passierten tolle Dinge f├╝r Kinderrechte. Doch zuerst passierten viele schlimme Dinge.

1914 brach der Erste Weltkrieg aus: Ein riesiger Krieg zwischen vielen gro├čen L├Ąndern mit Millionen von Toten, Verletzten und Fl├╝chtlingen. Unter den Folgen des Krieges litten besonders die Kinder. Das hat zumindest die Britin Englantyne Jebb erkannt. Deshalb hat sie einen Verein gegr├╝ndet, der Kinder auf der ganzen Welt sch├╝tzen will. Au├čerdem hat sie ein Programm voller wichtiger Kinderrechte geschrieben, zum Beispiel das Recht auf Hilfe bei Krankheit und Hunger. Diesem Programm hat 1924 der V├Âlkerbund zugestimmt. Der V├Âlkerbund war so etwas wie der Vorg├Ąnger der Vereinten Nationen. Viele L├Ąnder haben dabei mitgemacht. Der V├Âlkerbund wollte sich auch f├╝r Frieden und Sicherheit auf der Welt einsetzen.


Bild 4: Zweiter Weltkrieg; Bildquelle: Pixabay
Aber dann hat Deutschland einen neuen gro├čen Krieg ausgel├Âst: den Zweiten Weltkrieg. Dieser Krieg war unglaublich schrecklich f├╝r sehr viele Menschen. Danach wollte man um jeden Preis verhindern, dass so etwas nochmal passiert. Deshalb hat man die Menschenrechte aufgeschrieben. Der V├Âlkerbund wurde durch die Vereinten Nationen ersetzt und die Vereinten Nationen sollten von nun an die Menschenrechte sch├╝tzen.

Aber weil es nach dem Zweiten Weltkrieg so viel um Menschenrechte ging, hat man nicht so viel ├╝ber Kinderrechte nachgedacht. Erst mit der Zeit hat man die besondere Bedeutung der Kinderrechte erkannt. 1959 haben die Vereinten Nationen eigene Kinderrechte aufgeschrieben und ihnen zugestimmt. Weil das noch nicht gut genug war, hat man weiter daran gearbeitet. Die Vereinten Nationen haben 1979 das ÔÇ×Jahr des KindesÔÇť genannt, um Kinderrechten mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dabei entstanden neue Ideen f├╝r Kinderrechte. 1989 haben die L├Ąnder der Vereinten Nationen dann endlich der Kinderrechtskonvention zugestimmt.


Bild 5: Platz der Kinderrechte; Bildquelle: Pixabay

Und jetzt?

Die Kinderrechtskonvention wurde seitdem nur ein kleines bisschen ver├Ąndert. Sie ist immer noch der bedeutsamste Text mit Kinderrechten. Denn darin geht es nicht nur um den Schutz von Kindern vor Gewalt wie in den alten Programmen. Es geht auch um die Freiheiten von Kindern. Das hei├čt, es geht nicht nur darum, was Erwachsene f├╝r Kinder tun m├╝ssen, sondern auch, was Kinder selbst k├Ânnen d├╝rfen. Sie d├╝rfen sich zum Beispiel in der Stadt versammeln, um gegen etwas zu protestieren, was ihnen nicht gef├Ąllt. Das kann man machen, wenn die Erwachsenen politische Entscheidungen treffen, die den Kindern schaden. Viele Kinder sind zum Beispiel damit unzufrieden, wie die Erwachsenen die Natur zerst├Âren und beschweren sich dar├╝ber. Schlie├člich zerst├Âren die Erwachsenen damit die Zukunft der Kinder. Kinderrechte sind also ganz wichtig, um Kinder zu sch├╝tzen, aber auch damit sie ├╝ber ihre eigene Zukunft bestimmen d├╝rfen. Deshalb sollte es noch mehr davon geben! Wie w├Ąre es denn mit einem Wahlrecht f├╝r Kinder? Was das hei├čt und warum das gut ist, k├Ânnt ihr im n├Ąchsten Artikel nachlesen.

 


 

Kinderwahlrecht kinderleicht

Demokratie

Vielleicht hast Du schon einmal geh├Ârt, dass wir in einer Demokratie leben. De-mo-kra-tie: das ist ein kompliziertes Wort und bedeutet so viel wie ÔÇ×Herrschaft des VolkesÔÇť. In einer Demokratie zu leben meint also, dass wir alle selber dar├╝ber mitbestimmen d├╝rfen, wie genau wir leben wollen: ob zum Beispiel ein neuer Spielplatz gebaut werden soll oder lieber eine neue Schule oder keins von Beidem. Das nennt man auch Politik. Es w├Ąre nat├╝rlich ganz sch├Ân schwierig, wenn alle Menschen in Deutschland wirklich jederzeit bei allem mitbestimmen m├╝ssten. Immerhin leben hier mehr als 83 Millionen Menschen. Die kann man nicht einfach so alle auf einem H├╝gel versammeln und nach ihrer Meinung fragen! Und weil das mit so vielen Menschen so unpraktisch ist, gibt es Wahlen. In regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden w├Ąhlen die Menschen in Deutschland sogenannte Volksvertreter. Das sind Menschen, die an der Stelle der W├Ąhler politische Entscheidungen treffen. Wir nennen sie Politiker. Bestimmt hast Du einige von ihnen schon einmal im Fernsehen oder in der Stadt auf Plakaten gesehen.

Hier im Bundestag sitzen die wichtigsten Politiker Deutschlands. Bildquelle: Pixabay
Wahlen

Neben anderen Dingen, sind Wahlen also ganz wichtig f├╝r unsere Demokratie. Deshalb ist das W├Ąhlen auch in unserem Grundgesetz festgelegt. Das ist das Regelbuch, in dem die wichtigsten Regeln f├╝r unser Zusammenleben in Deutschland aufgeschrieben sind. Im Grundgesetz steht, wie demokratische Wahlen ablaufen, wer w├Ąhlen darf und wer gew├Ąhlt werden darf. Wenn man w├Ąhlen darf, kann man bei einer Wahl seine Stimme der Politikerin geben, die man am besten findet. Wer am Ende die meisten Stimmen hat, gewinnt die Wahl und vertritt die W├Ąhler als Politikerin. Wenn man ein Politiker sein m├Âchte, dann kann man sich auch selbst zur Wahl aufstellen. Dann kann man von anderen gew├Ąhlt werden.

Das Kreuzchen setzen. Bildquelle: Pixabay

Aber nicht jeder darf w├Ąhlen oder gew├Ąhlt werden. Dazu steht im Grundgesetz: ÔÇ×Wahlberechtigt ist, wer das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat, w├Ąhlbar ist, wer das Alter erreicht hat, mit dem die Vollj├Ąhrigkeit eintrittÔÇť. Das klingt verwirrend, bedeutet aber einfach, dass nur Erwachsene w├Ąhlen oder gew├Ąhlt werden d├╝rfen. Aber Moment mal! Wir haben doch gesagt, dass in einer Demokratie eigentlich alle mitbestimmen d├╝rfen. Dann m├╝ssten aber auch alle an einer Wahl teilnehmen d├╝rfen. Wieso dann keine Kinder wie Du? Ist das ├╝berhaupt gerecht?

Warum d├╝rfen Kinder nicht w├Ąhlen?

Die Frage habe ich einem Freund von mir gestellt, der sich mit dem Thema lange besch├Ąftigt hat. Und der hat mir erz├Ąhlt, dass er das ├╝berhaupt nicht gerecht findet. Er sagt, es gibt vor allem zwei Gr├╝nde, warum Leute glauben, dass Kinder nicht w├Ąhlen d├╝rfen. Der erste Grund ist, das die Leute meinen, Kinder w├╝rden nicht genug von Politik verstehen und deshalb keine schlaue Wahlentscheidung treffen. Kinder w├Ąren also zu dumm, um zu w├Ąhlen! Das ist ganz sch├Ân gemein und auch nicht ganz richtig. Immerhin gibt es viele Kinder, die sich mit Politik besch├Ąftigen und sich f├╝r ein besseres Zusammenleben einsetzen.

Fridays For Future

Kennst Du zum Beispiel Fridays For Future? Das ist eine politische Bewegung, die sich f├╝r mehr Klimaschutz einsetzt. Sie wurde in Schweden von Greta Thunberg gegr├╝ndet. Die hat sich vor f├╝nf Jahre einmal vor ein Geb├Ąude voller Politikerinnen gesetzt, anstatt in die Schule zu gehen. Sie hat das getan, weil als sie den Politikerinnen sagen wollte, dass sie das Klima sch├╝tzen m├╝ssen. Sonst wird es so warm werden, dass man bald nicht mehr gut auf diesem Planeten leben kann. Als sie das getan hat, war Greta Thunberg gerade einmal 15 Jahre alt! Danach haben sich ihr ganz viele Kinder und Jugendliche angeschlossen. Heute ist Fridays For Future eine der gr├Â├čten Bewegungen ├╝berhaupt. Auf der ganzen Welt und auch hier in Deutschland gehen sie oft auf die Stra├če, um f├╝r eine lebenswerte gemeinsame Zukunft zu protestieren.

ÔÇ×Wenn sich Anf├╝hrer wie Kinder verhalten, dann werden die Kinder zu Anf├╝hrernÔÇť. Bildquelle: Pixabay

Erwachsene sind nicht immer so schlau

Es stimmt also nicht, dass sich nur die Erwachsenen mit Politik auskennen. Im Gegenteil, viele Erwachsene interessieren sich ├╝berhaupt nicht f├╝r Politik und wissen kaum etwas dar├╝ber. Das liegt daran, dass Erwachsene nicht immer schlauer sind als Kinder. Hast du deine Eltern mal um Hilfe bei deinen Hausaufgaben gefragt? Das ist manchmal ganz sch├Ân schwierig, eben weil sie gar nicht alles besser wissen. Das gilt auch f├╝r die Politik. Trotzdem d├╝rfen alle Erwachsenen w├Ąhlen. Das ist auch gut so, denn Demokratie bedeutet ÔÇ×Herrschaft des VolkesÔÇť und nicht ÔÇ×Herrschaft der SchlauenÔÇť. Aber das muss dann doch f├╝r alle gelten. Wenn wir von den erwachsenen W├Ąhlern nicht verlangen, sich super toll mit Politik auszukennen, wieso tun wir das dann bei Kindern? Eigentlich m├╝ssten dann doch alle w├Ąhlen d├╝rfen, egal ob sie viel ├╝ber Politik wissen!

Achtung: Gef├Ąhrliche Politik

Mein Freund hat mir noch von dem zweiten Grund erz├Ąhlt, warum die Leute glauben, dass Kinder nicht w├Ąhlen sollten. Er hat gesagt, dass viele Leute denken, man m├╝sste die Kinder vor der Politik besch├╝tzen. Diese Leute haben Angst, dass die Erwachsenen dann von den Kindern politisch ganz viel erwarten. Sie machen sich zum Beispiel Sorgen, dass Erwachsene von den Kindern verlangen, eine bestimmte politische Meinung zu haben. Oder dass sie die Kinder sogar zwingen k├Ânnten, eine bestimmte Politikerin zu w├Ąhlen.

Erwachsene m├╝ssen sich ├Ąndern

Die Sorgen sind berechtigt. Es ist aber komisch, deshalb Kindern das W├Ąhlen zu verbieten. Denn es gibt ganz viele Dinge, die Kinder machen k├Ânnen, obwohl sie Erwachsene darin beeinflussen k├Ânnen. Auch kleine Kinder d├╝rfen etwa bei einem Sportverein mitmachen. Da ├╝ben Erwachsene auf die Kinder auch ganz sch├Ân Druck aus. Und schon mit 13 Jahren d├╝rfen Kinder neben der Schule ein bisschen Arbeiten. Gerade dort wird von Kindern sehr viel erwartet. Wieso d├╝rfen Kinder in diesen Bereichen mitmachen, nicht aber in der Politik? Und wieso sollten wir alle Kinder von der Politik ausschlie├čen, nur weil manche Erwachsene manche Kinder beeinflussen oder zwingen? Dann sollte man doch lieber den Erwachsenen beibringen, dass sie Kinder niemals beeinflussen oder zwingen d├╝rfen. So denkt zumindest mein Freund und ich finde, dass er Recht hat.

ÔÇ×Du entscheidestÔÇť! Bildquelle: Pixabay

Kinder sollen w├Ąhlen d├╝rfen

Es gibt also keine guten Gr├╝nde daf├╝r, weshalb Kinder nicht w├Ąhlen sollten: Weder muss man sie vor der Politik besch├╝tzen, noch sollte es eine Rolle spielen, ob sie sich mit Politik auskennen. Denn in einer Demokratie sollen alle mitbestimmen d├╝rfen. Politik geht schlie├člich alle etwas an, auch die Kinder. Und manche politische Fragen gehen sogar besonders die Kinder etwas an. Klimaschutz ist f├╝r Kinder und Jugendliche zum Beispiel sehr wichtig, da sie die Folgen der Klimaerw├Ąrmung am allermeisten zu sp├╝ren bekommen werden. Aber auch kleinere Probleme betreffen Kinder. W├╝rdest Du nicht auch gerne dar├╝ber mitbestimmen wollen, ob das Schwimmbad in deiner N├Ąhe geschlossen wird? Und wenn Du schon nicht direkt entscheiden darfst, dann willst du vielleicht wenigstens die Politikerin w├Ąhlen d├╝rfen, die dar├╝ber bestimmt? Ansonsten m├╝ssen wir die Politik n├Ąmlich den Erwachsenen ├╝berlassen und die treffen oft auch falsche Entscheidungen.

 


 

Die Arktis ohne Eis und Eisb├Ąren? So k├Ânnte unsere Welt im Jahr 2100 aussehen

Der WWF ist eine Umweltschutzorganisation. Vielleicht hast du schon einmal das Logo der Organisation, einen Panda, gesehen.


Bildquelle: WWF Logo, Foto: Verena Berens
Der WWF hat eine Kunstausstellung gemacht, die du dir im Internet anschauen kannst. https://www.wwf-climaterealism.com/

Sie hat einen englischen Namen und hei├čt ÔÇ×Climate RealismÔÇť. Das hei├čt so viel wie ÔÇ×Klima-RealismusÔÇť. Realismus bedeutet, dass K├╝nstler echte Dinge malen, die man sehen kann. Zum Beispiel Landschaften.

In der Ausstellung kannst du Landschaftsbilder von ber├╝hmten K├╝nstlern sehen, die vor vielen Jahren oder sogar Jahrhunderten gelebt haben. Die Macher der Ausstellung haben sich gefragt: Was w├╝rde aus den Landschaften verschwinden, wenn die Erde durch den Klimawandel immer w├Ąrmer wird?

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Eine K├╝nstliche Intelligenz hat die Bilder "neu" gemalt. Von k├╝nstlicher Intelligenz spricht man, wenn ein Computer gelernt hat, Aufgaben zu l├Âsen. Hier hat ein Computer den Malstil verschiedener K├╝nstlerinnen und K├╝nstler gelernt. Au├čerdem hat er viele Informationen ├╝ber den Klimawandel bekommen.

Schauen wir uns das mal genauer an.

Die Erde brennt ÔÇô Waldbr├Ąnde in S├╝dfrankreich


Bildquelle: Vincent van Gogh, Weizenfeld mit Zypressen, 1889, Public domain, via Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Van_Gogh_-_Weizenfeld_mit_Zypressen3.jpeg
Der Maler Vincent van Gogh (sprich ÔÇ×van GochÔÇť) malte im Jahr 1889 ein Feld in der N├Ąhe seines Heimatortes in S├╝dfrankreich. Der Himmel ist blau und die B├Ąume leuchtend gr├╝n. Im Jahr 2100 s├Ąhe das aber ganz anders aus. Es kann sein, dass es immer mehr Waldbr├Ąnde geben wird.

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In S├╝dfrankreich gibt es viele Arten von Tieren und Pflanzen, die bedroht sind durch die Hitze, wie zum Beispiel Flamingos, die hierherkommen, um ihre Eier auszubr├╝ten. Anders als V├Âgel k├Ânnen Pflanzen nicht einfach woanders hinfliegen, wenn ihnen zu warm wird. Vor allem in den Bergen wird es immer weniger Pflanzenarten geben.

Wie kann man solche Br├Ąnde verhindern? Der WWF setzt sich daf├╝r ein, dass weniger B├Ąume gef├Ąllt werden. Im Regenwald werden zum Beispiel sehr viele B├Ąume f├╝r die Produktion von Palm├Âl gef├Ąllt, das in vielen Fertigprodukten (Schokoriegel, T├╝tensuppenÔÇŽ) enthalten ist. Dadurch kommen die W├Ąlder aus dem Gleichgewicht. Laubb├Ąume sorgen f├╝r ein k├╝hles Klima und beugen Br├Ąnden vor. Ohne den Schatten der B├Ąume trocknet der Boden schneller aus und f├Ąngt schneller an zu brennen.


Bildquelle: Frederic Edwin Church, Die Eisberge, 1861, Public domain, via Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_Icebergs_(Frederic_Edwin_Church),_1861_(color).jpg
Wo sollen die Eisb├Ąren hin? Die Arktis ohne Eis

Im Jahr 1861 malte Frederic Edwin Church auf seiner Reise in die Arktis einen Eisberg. Im Jahr 2100 k├Ânnte er aber wahrscheinlich keinen mehr sehen. Denn die Arktis schmilzt so schnell, dass es vielleicht schon im Jahr 2035 im Sommer kein Eis mehr in der Arktis gibt.

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Der Lebensraum von Tieren wie Eisb├Ąren und Robben, aber auch von Menschen, die dort leben, ist sehr bedroht. Aber nicht nur dort, weltweit werden Menschen ihre Heimat aufgrund des steigenden Meeresspiegels verlassen m├╝ssen.

Land unter ÔÇô ├ťberschwemmungen in Holland

Bildquelle: Tina Blau, Motiv aus Franeker, 1908, Public Domain, via Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tina_Blau_Motiv_aus_Franeker.jpg
Die K├╝nstlerin Tina Blau hat im Jahr 1908 eine typisch holl├Ąndische Stadt mit Windm├╝hle gemalt. Wenn die Erde immer w├Ąrmer wird und viel Eis schmilzt, steigt der Meeresspiegel an. Dann werden auch Orte wie hier auf diesem Bild ├╝berflutet und verschwinden vielleicht sogar ganz. Auch Str├Ąnde zum Beispiel k├Ânnten verschwinden. Das w├╝rde auch Tiere und Pflanzen, die in der N├Ąhe der K├╝sten leben aus ihrem Lebensraum verdr├Ąngen. Dazu z├Ąhlen auch etwa 10 Millionen Wasserv├Âgel.

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Der WWF setzt sich daf├╝r ein, dass etwas gegen den Verlust des Wattenmeeres getan wird. Eine Ma├čnahme w├Ąre zum Beispiel mehr Sand an den K├╝stenbereichen aufzusch├╝tten.

Kein Wasser weit und breit!


Bildquelle: Claude Monet, Seerosen, 1915, via Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Claude_Monet_-_Seerosen.jpg
Der franz├Âsische Maler Claude Monet (sprich Klood Monee) malte am liebsten Bilder von Seerosenteichen. In den Teichen leben viele Tiere, die es gern k├╝hl m├Âgen. Wenn das Wasser durch den Klimawandel w├Ąrmer wird, m├╝ssen sie sich andere Lebensr├Ąume suchen. Die Bachforelle und manche Froscharten k├Ânnen nur in kaltem Wasser ├╝berleben.

Bildquelle: pexels
Weil es immer w├Ąrmer wird, kommen aber auch Tierarten aus w├Ąrmeren Gebieten der Erde h├Ąufiger bei uns vor. Vielleicht sind sie dir in Bonn schonmal aufgefallen: Leuchtend gr├╝ne Halsbandsittiche, die urspr├╝nglich aus Australien stammen, verbreiten sich immer mehr. Insekten, wie die Gottesanbeterin werden sich in auch Deutschland wohl f├╝hlen, wenn es immer w├Ąrmer wird.

Bildquelle: Pixabay
Viele Wasserfl├Ąchen werden in Zukunft ganz austrocknen und es wird zu einem Wassermangel kommen. Man spricht von einer D├╝rre, wenn es zum Beispiel in einem Monat sehr viel trockener ist als in den Jahren davor.

Der WWF setzt sich zum Beispiel daf├╝r ein, dass B├Âden ÔÇ×ges├╝nderÔÇť gemacht werden. Wenn Landwirte zum Beispiel daf├╝r sorgen, dass im Boden viele N├Ąhrstoffe sind, kann dieser das Wasser besser speichern. Du selbst kannst Wasser sparen, indem du zum Beispiel nur kurz duschen gehst, anstatt zu baden.

Noch mehr Tipps, wie du etwas f├╝r das Klima tun kannst, findest du auf der Kinderwebseite des WWF https://www.pandaclub.ch/de/helfen/umwelttipps/

Hier gibtÔÇÖs auch Quizze zu ganz vielen Tieren. Vielleicht ist auch dein Lieblingstier dabei?

 


 

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