Natur und Umwelt

Unsere Sinne arbeiten im Team!


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GerĂĽche steigen uns in die Nase und verraten uns, ob es heute unser Lieblingsessen gibt. Oder sie warnen uns. Der Geruch von Rauch und Qualm zeigt uns an, dass es brennt. Wenn etwas sauer oder bitter schmeckt, kann es nicht mehr gut sein oder sogar Giftstoffe enthalten.

Unser Geruchssinn ist bereits gut entwickelt, wenn wir geboren werden. So kann ein Baby seine Mama gut an ihrem Geruch erkennen. Gerüche können uns oft an etwas erinnern: Der Geruch von Stroh, an einen Urlaub auf dem Bauernhof. Der Geruch von neuen Büchern an den Schulanfang.

Sicher fällt euch noch mehr ein! Aber wir funktioniert das Riechen? Wenn wir einatmen gelangen die verschiedenen Duftstoffe in unsere Nase. Oben in der Nase sitzen etwa drei Millionen Riechzellen. Jede Riechzelle ist nur für einen einzigen Duftstoff zuständig. Kleine Härchen reagieren auf die Düfte und leiten sie an unser Gehirn weiter. So können wir etwa 10 000 verschiedene Gerüche wahrnehmen. Hunde erschnüffeln sogar eine Million Gerüche!

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Eine Redewendung ist auch „Jemanden gut riechen zu können“. (Schaut euch auch gerne unsere Zusammenstellung von Sprichwörtern zu den Sinnen an! ) Das heißt, dass wir jemanden mögen und ihn gern haben. Forscher haben tatsächlich herausgefunden, dass unsere Gefühlen eng verknüpft sind mit unserem Geruchssinn.

Wenn aber unser Geruchssinn nicht funktioniert, versagt auch unser Geschmackssinn! Bei einer Erkältung ist unsere Nase zu und die Gerüche können nicht mehr an die Geruchsnerven kommen. Was wir als Geschmack merken, ist tatsächlich bis zu 80 Prozent Geruch. Denn die Bestandteile des Essens gelangen durch den Rachen von hinten an die Nase und reizen unsere Riechzellen.

Man kann sogar das Schmecken „verlernen“, wenn man nur Fertigessen, wie Tiefkühlpizza oder Erdbeerjoghurt isst. Diese enthalten viel Salz und künstliches Aroma, an das sich der Körper gewöhnt. Dadurch können richtige Erdbeeren zum Beispiel dann gar nicht mehr gut schmecken!

Es gibt auch Menschen, die nicht mehr riechen können, zum Beispiel durch einen Unfall. Manche werden sogar schon ohne Geruchssinn geboren. Menschen, die über 50 Jahre alt sind, riechen langsam schlechter. Der Geruchssinn lässt nach. Übrigens bei Männern stärker als bei Frauen. Frauen können generell besser riechen als Männer, man hat aber noch nicht herausgefunden, warum das so ist.

 

 


 

Wie lesen Blinde ?


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Ihr habt euch bestimmt schon mal gefragt, wie Blinde eigentlich lesen – ganz einfach, es gibt eine Blindenschrift. Die weltweit bekannteste und verbreitetste Blindenschrift ist die Brailleschrift, die schon 1825 von Louis Braille entwickelt wurde. Sie besteht aus Punkten, die in ein festes Papier eingeprägt oder eingedrückt werden, und die mit den Fingerspitzen erfühlt werden können.

Jedem Buchstaben im Alphabet ist dabei eine bestimmte Anordnung von 1-6 Punkten zugeordnet. Das könnt ihr auch auf dem Bild erkennen. Mit viel Übung kann man die Buchstaben irgendwann auseinanderhalten, wenn man sie mit den Fingerspitzen berührt und ist dann in der Lage, auch längere Texte auf diese Weise zu lesen.

Heutzutage gibt es sogar elektronische Vorrichtungen, die an einen Computer angeschlossen werden können, und die z.B. den Inhalt eines Textverarbeitungsdokuments oder einer Webseite für den blinden Benutzer in Brailleschrift darstellen.

Am Computer oder am Smartphone kann man sich außerdem Texte auch vorlesen lassen – als Alternative zur Blindenschrift. So bedienen blinde Menschen auch ihre Geräte: per Sprachausgabe, das Gerät sagt dem Blinden, welchen Knopf er gerade gedrückt hat usw.

 

 


 

Können Pflanzen sehen, hören, fühlen oder schmecken?



Pflanzen wachsen still vor sich hin. Kannst du dir vorstellen, dass sie sehen, hören, fühlen oder auch andere Pflanzen riechen können?
Bis vor kurzem hat das niemand glauben wollen. Inzwischen hat man aber festgestellt, dass Pflanzen das können, auch wenn ihre „Augen“, ihre „Nasen“ und ihr „Mund“ anders sind als bei Menschen und Tieren.

Sehen: Pflanzen nehmen Licht mit besonderen Nervenfasern wahr. Sie merken sich, aus welcher Richtung das Licht kommt, wie lange es scheint und wie stark es ist. Sie wachsen dann in die Richtung, aus der das Licht am längsten und stärksten scheint. Pflanzen, die z.B. an Stangen hochwachsen, wie Bohnen es machen, bilden kleine Ranken, die gezielt auf die Stangen zuwachsen. Vielleicht sehen sie die Stangen, oder sie merken es auf andere Weise, dass dort eine Klettermöglichkeit ist. Sobald sie auf ihre Kletterstange treffen, krümmen sie sich um diese. Sie fühlen also, dass dort etwas ist.



Fühlen: Pflanzen fühlen Berührungen und Erschütterungen. Die Mimose (das Wort bedeutet auch empfindlich) rollt ihre Blätter zusammen, sobald sie berührt wird oder geschüttelt wird. Wenn man junge Mimosen immer wieder schüttelt, gewöhnen sie sich daran und rollen die Blätter nicht mehr zusammen. Andere Pflanzen reagieren auf Berührungen, indem sie Blätter schnell zusammenklappen. So fängt die Venusfliegenfalle zum Beispiel kleine Insekten. Sie fühlt, wenn sich diese auf ihr Fangblatt setzen und klappt es sofort zusammen.

Wenn man Maispflanzen immer wieder an der Spitze streichelt, wächst er nicht so hoch, dafür wird der Stängel dicker. Bäume, die an einem windigen Standort stehen, bleiben kleiner und dicker als Bäume, die an einem geschützten Standort stehen. Die Pflanzen reagieren also auf die Wirkung des Windes.
Legt man einen Keimling – das ist ein Samen, der gerade die erste Wurzel gebildet hat – auf die Seite, so krümmt sich diese kleine Wurzel direkt nach unten zur Erde. Die Pflanze merkt also, wo oben und unten ist. Das funktioniert auch unter der Erde, wo kein Licht ist. So wächst die Wurzel immer in die Erde hinein und die Pflanze nach oben.

Riechen: Bestimmte Bäume, die Akazien, deren Blätter gerne von Giraffen gefressen werden, stoßen ein bestimmtes Gas aus, wenn eine Giraffe an ihr knabbert. Die Akazien in der Umgebung riechen dieses Gas und stoßen ebenfalls dieses Gas aus. Die Giraffe mag das Gas nicht und geht weg.
Andere Pflanzen können sich mit Duftstoffen gegen kleine Insekten oder Spinnentiere wehren, die an ihnen fressen wollen. Oder sie verbreiten einen Duft, der Ameisen oder Bestimmte Wespen anlockt, die die gefräßigen Feinde auffressen.

Viele Pflanzen strömen das Gas Ethylen aus, wenn sie verletzt werden. Wenn ein Blatt abgerissen wird oder ein Ast abbricht. Ethylen ist ein Betäubungsmittel, das auch bei Menschen wirkt. Allerdings brennt es sehr leicht und explodiert, deswegen wird es nicht bei Operationen von Menschen eingesetzt. Das wäre zu gefährlich. Die Pflanzen können Ethylen herstellen und  sich so selbst „betäuben“.



Sprechen: Viele Pflanzen können über das Gas Ethylen, das sie herstellen können, Nachrichten an andere Pflanzen weitergeben. Sie können sich aber auch über ihre Wurzeln „unterhalten“. Die Pflanzen haben ein sehr großes Wurzelsystem. Es ist fast vergleichbar mit den Nervenbahnen im menschlichen Gehirn. Gerade Bäume im Wald „sprechen“ über dieses Wurzelsystem. Große Bäume leiten kleineren Bäumen Wasser und Nährstoffe zu und helfen ihnen so, gut zu wachsen. Bäume, die im Schatten stehen, bekommen von Bäumen, die mehr Licht abbekommen, wichtige Stoffe für das Wachstum, die nur mit Hilfe von Licht gebildet werden können

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Musik mal anders



Auch taube Menschen „hören“ gern mal Musik! Ja, Du hast richtig gelesen.

Natürlich können Gehörlose nicht wirklich die Melodien hören, so wie wir hörenden Menschen, aber sie können sie – wenn sie laut ist – fühlen. Musik ist nämlich nichts anderes als Vibration. Das hast Du vielleicht schon mal gemerkt, wenn ein Auto mit sehr lauter Musik an Dir vorbeigefahren ist, oder vielleicht bist du auch schon mal vor einem großen Lautsprecher gestanden. Besonders Bässe und den Rhythmus kann man dann wirklich ganz deutlich fühlen. Da verschiedene Tonhöhen auch verschiedene Vibrationen erzeugen, kann man auf diese Weise eine Art „Körpereindruck“ von einem Musikstück bekommen, der genauso intensiv sein kann, wie das Hören der Töne mit den Ohren! Allerdings können taube Menschen nur die tiefen Töne wahrnehmen (Schlagzeug oder Bässe), die Schwingungen von Stimme oder hohen Instrumenten erzeugen nicht genug fühlbare Vibrationen.

So ist es möglich, dass auch absolut gehörlose Menschen z.B. Tänzer werden können oder sogar Musiker!

Evelyn Glennie z.B. ist eine sehr berühmte Schlagzeugerin und Komponistin – und sie ist seit ihrer Kindheit fast komplett gehörlos. Sie spielt barfuß, damit sie die Musik besser spüren kann.

Taube Menschen wollen aber nicht nur die Bässe und Rhythmen fühlen, sondern auch die Worte eines Liedes verstehen. Das klappt, wenn ein Übersetzer für die gehörlosen Menschen die Texte passend zum Lied in Gebärdensprache übersetzt. Manche Musikgruppen holen sich so einen Übersetzer mit auf die Bühne – der dann nicht nur den Text übersetzt, sondern auch mit Gesichtsausdruck und Bewegungen und Gesten einen Gesamteindruck von dem Stück und auch den Melodien vermittelt sodass gehörlose Besucher das Konzert genauso genießen können, wie hörende Besucher.

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Was Tiere können und wir Menschen nicht


Viele Tiere können besser sehen, hören, riechen oder fühlen als wir Menschen. Aber es gibt auch Tiere, die mit besonderen Sinnen Dinge wahrnehmen können, von denen wir keine Ahnung haben. So orientieren sich Vögel am Magnetfeld der Erde, Schlangen mit Hilfe von Infrarotstrahlen und Haie, Rochen und Delfine können elektrische Felder wahrnehmen



Das Magnetfeld der Erde und die Vögel: Was ist überhaupt ein Magnetfeld und das Magnetfeld der Erde? Eisen ist ein Metall, das in der Erde vorkommt. Eisen hat die Fähigkeit, anderes Eisen anzuziehen. Die Kraft, die zwischen diesen Eisenteilen besteht, ist das Magnetfeld.
In der Erde ist sehr viel Eisen, so dass die ganze Erdkugel ein Magnetfeld ist. Die Kraftlinien laufen vom Nordpol bis zum Südpol. Wir Menschen können das Magnetfeld nicht spüren, nur mit Hilfe von bestimmten Messinstrumenten können wir es sichtbar machen. Ein Kompass zum Beispiel hat eine Eisennadel, deren Spitze immer zum Nordpol zeigt. So kann man sich mit Hilfe eines Kompasses orientieren, da er einem immer zeigt, wo Norden ist.
Es gibt viele Vögel, die im Frühling von Afrika bis nach Nordeuropa fliegen und im Herbst, wenn es kalt wird, zurückfliegen nach Afrika. Wie finden sie den Weg? Sie haben keinen Kompass dabei, aber, sie können die Stärke des Magnetfeldes und die Richtung der Magnetfeldlinien mit dem Auge über die Netzhaut oder durch den Schnabel wahrnehmen. Im Schnabel haben sie eisenhaltige Partikel, die wie kleine Kompassnadeln wirken können. So finden sie den richtigen Weg.

Inzwischen weiß man, dass auch viele Säugetiere, Reptilien und Insekten einen Magnetsinn haben. Hier gibt es noch viel zu erforschen – wenn du dich für Tiere interessierst, kannst du ja später ein Forscher für den Magnetsinn von Tieren werden.



Der Elektrosinn von Haien, Rochen und Delfinen: Haie haben einen Sinn, mit dem sie elektrische Felder bemerken. Der Mensch bemerkt elektrische Felder nur, wenn stärkerer Strom fließt. Z.B. wenn du mit Schuhen über einen Teppichboden gehst und dann eine Türklinke anfasst. Dann spürst du einen unangenehmen Schmerz in der Hand, weil du einen kleinen Stromschlag bekommst.

Haie und andere Tiere im Meer können viel kleinere elektrische Felder bemerken. Schon ein Herzschlag oder eine Muskelbewegung erzeugt etwas Elektrizität. Dies spürt der Hai. Das Beutetier kann sich noch so gut verstecken, der Hai findet es. Die „Fühler“ für die Elektrizität nennt man „Lorenzische Ampullen“. Auch Rochen haben diese Fühler. Andere Fische fühlen die elektrischen Felder über das Seitenlinienorgan.
Aber auch andere Tiere können solche elektrischen Felder wahrnehmen. Delfine, Schnabeltiere und Ameisenigel haben auch diese Fähigkeit, wie erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde. Jetzt wird geforscht, welche Tierarten auch noch diesen Elektrosinn haben.



Der Infrarotsinn von Schlangen: Schlangen haben einen Wärmesinn. Sie haben das Grubenorgan, das sehr kleine Änderungen von Temperaturen bemerkt. Das Grubenorgan liegt zwischen den Augen und Nasenlöchern der Schlange. Es nimmt die Infrarotstrahlung – sie zeigt Wärme in bestimmten Farben an – auf. So können Schlangen ihre Beute aufspüren, auch wenn es völlig dunkel ist.

- Bilder: Pixabay -

 

 


 

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