Natur und Umwelt

Hygiene


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Ein Badezimmer, wie wir es heute kennen, gab es damals noch nicht. Die Leute mussten sich mit kaltem Wasser und vielleicht einem bisschen Seife waschen. Auch eine Toilette, wir wir sie heute kennen gab es nicht - und auch noch keine Kanalisation! In den Burgen gab es so genannte "Aborte" oder Plumpsklos - Löcher in der Burgmauer, durch die hindurch man sein GeschÀft erledigte - und das einfach auf den Boden darunter fiel.

Sehr hygienisch ging es im Mittelalter nicht zu, auch nicht in den StĂ€dten. Auch dort gab es noch keine Kanalisation und der Dreck sammelte sich auf den Straßen. Das hat auch Ratten und Ungeziefer angezogen, die wiederum hĂ€ufig Krankheiten verbreiteten. Ganz schön ekelig, oder?

 

 


 

Kochen im Mittelalter


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Die Menschen im Mittelalter ernĂ€hrten sich vor allem von Getreidebreien aus Gerste, Weizen, Roggen und Dinkel und im spĂ€teren Mittelalter auch von Brot, dazu gab es manchmal auch KĂ€se (HauptsĂ€chlich aus Ziegen- oder Schaftsmilch) oder etwas Fleisch, meist Schwein oder Huhn, manchmal auch Fisch, sofern man dafĂŒr genug Geld hatte. Importierte Lebensmittel gab es kaum und diese konnten sich auch nur die Reichen und Adeligen leisten, und auch auf die Jagd gehen durften nur die Adeligen. Außerdem aß man Obst und GemĂŒse wie zum Beispiel Kohl und RĂŒben und benutzte gerne Honig, KrĂ€uter, Salz und Essig, um den Speisen Geschmack zu verleihen.

Viele Lebensmittel, die wir heute jeden Tag essen, gab es im Mittelalter noch nicht. Warum? Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Mais, Spargel, KĂŒrbis, Blumenkohl, Brokkoli und wuchsen nicht in Europa. Viele kamen erst nach Ende des Mittelalters, als die Spanier Amerika entdeckten, nach Europa.

Denkst du gerade, Kohl und Spargel hĂ€tte da bleiben können? Allerdings gĂ€be es ohne die Entdeckung von SĂŒdamerika auch keinen Kakao und damit auch keine Schokolade.

Andere Lebensmittel kamen von Asien. Der Handel mit Indien und China wurde im Mittelalter grĂ¶ĂŸer und so kamen vor allem GewĂŒrze wie Zimt, Kardamom, Ingwer und Pfeffer nach Europa. Die GewĂŒrze konnten nur reiche Menschen bezahlen. Alle anderen wĂŒrzten das Essen mit vielen KrĂ€utern.

Du kannst heute noch in KlostergĂ€rten viele KrĂ€uter sehen, mit denen die Menschen frĂŒher ihr Essen gewĂŒrzt haben oder die gegen Krankheiten geholfen haben.

Ganz beliebt wurde im Mittelalter das GelbfĂ€rben von Speisen mit Safran aus Vorderasien. Safran war damals so teuer wie Gold. FĂŒr ein Gramm Safran musste man ein Gramm Gold bezahlen.

Zucker gab es in Deutschland seit dem 11. Jahrhundert. Der Zucker kam aus Persien, wo Zuckerrohr angebaut wurde. Das Zuckerrohr wurde gekocht, der Saft kam in ein kegelförmiges GefĂ€ĂŸ mit einem Loch in der Spitze. Der Kegel wurde auf den Kopf gestellt und durch das kleine Loch lief das Wasser im Saft ab, die Zuckerkristalle blieben im Kegel und wurden fest. Diese Zuckerkegel gibt es noch heute. Man nennt sie Zuckerhut.

Nur sehr reiche Menschen konnten damals Zucker kaufen. Alle anderen nahmen Honig, getrocknete FrĂŒchte oder Fruchtsaft, wenn sie etwas sĂŒĂŸen wollten oder Appetit auf etwas SĂŒĂŸes hatten.
Als Obst gab es fast alles, was heute in Europa wĂ€chst:  Apfel, Birne, Pflaumen, Quitten, Maulbeeren, Pfirsiche, Aprikosen und Weintrauben. Man sammelte Himbeeren, Brombeeren und NĂŒsse. Frisches Obst galt allerdings als ungesund und wurde vermutlich eher gekocht gegessen.

Was die Menschen aßen, hing davon ab, wieviel Geld man hatte. Viele Menschen konnten fast nur das essen, was sie selbst auf den Feldern oder im Garten anbauten und was sie im Wald sammelten. Sie aßen Getreidebrei  aus Hirse, Gerste, Roggen oder Weizen. Man kochte Eintopf aus GemĂŒse oder Wurzeln, die gerade wuchsen. Erbsen und Pferdebohnen wurden viel gegessen, aber auch Kohl und RĂŒben.

Reiche Menschen aßen mehr Fleisch, oft von Wildtieren wie Rehen und Wildschweinen. Es gab Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen, HĂŒhner, GĂ€nse und Enten. Es wurden auch SchwĂ€ne gegessen.
Fleisch und auch Fisch wurden mit Salz haltbar gemacht, deswegen wurde  das Essen nicht so stark gesalzen

Wenn es zu kalt, zu nass oder zu trocken war und die Ernte schlecht war, haben viele Menschen gehungert. Sie haben dann KrĂ€uter, Gras, Eicheln oder Rinde in das wenige Essen getan, das sie noch hatten. Sie haben auch Katzen, Hunde oder Ratten gegessen, um zu ĂŒberleben. (Achtung, ohne sie mehrere Tage zu in Wasser zu legen um die Gerbstoffe auszuspĂŒlen sind Eicheln nicht essbar - also nicht beim nĂ€chsten Spaziergang einfach eine Eichel probieren! Du könntest davon schlimme Magenschmerzen bekommen!)

Weil das Wasser in den Dörfern und StĂ€dten oft verschmutzt war –AbfĂ€lle und SchlachtabfĂ€lle warf man gerne in die BĂ€che und FlĂŒsse und das Abwasser aus den Sickergruben gelangte in das Grundwasser und verunreinigte die Brunnen in der Stadt– tranken die Menschen lieber Milch, Molke, BrĂŒhe, Wein und Bier. Auch Kinder bekamen Wein und Bier. Diese GetrĂ€nke hatten frĂŒher nicht so viel Alkohol wie heute.

Die Kirche hatte auch Einfluss auf das Essen: An den Fastentagen, von denen es im Jahr bis zu 150 geben konnte, durfte kein Fleisch gegessen werden, an besonders strengen Fastentagen auch keine Milchprodukte oder Eier. Kinder und alte Leute mussten aber nicht mit fasten.

Im Mittelalter wurde auf den MÀrkten in den StÀdten viele Lebensmittel verkauft, besonders die, die man nur aufwÀndig selbst machen kann oder die von weiter weg in die Orte gebracht wurden: gerÀuchertes oder in Salz eingelegtes Fleisch, KÀse, Fisch.

Und wie haben die Leute Lebensmittel aufbewahrt, wenn sie noch keinen KĂŒhlschrank hatten?

Man konnte Essen dörren (also durch Wind oder an der Sonne trocknen lassen), oder es in Salz oder in Essig einlegen oder rÀuchern, um es lÀnger haltbar zu machen!

Einen Herd wie heute hatte man damals natĂŒrlich auch noch nicht, und auch keine ElektrizitĂ€t. Gekocht wurde bei den einfachen Leuten ĂŒber einer Feuerstelle, ĂŒber der an einem Haken ein Kessel (das ist ein großer Topf) hing. Bei den vornehmen und adeligen Leuten gab es schon große KĂŒchen mit mehreren Herdstellen, die aber auch mit Holz betrieben wurden und mehreren Köchen.

 

 


 

Bauwerke im Mittelalter

Im Mittelalter gab es verschiedene Architekturstile. Architektur heißt, wie ein GebĂ€ude gebaut wird und wie es aussieht. Die GebĂ€ude, die man im Mittelalter gebaut hat, haben ein ganz bestimmtes Aussehen. Man sagt auch Baustil.

Ein solcher Baustil ist die „Gotik“. In den Jahren 1130 bis 1500 bauten die Leute zum Beispiel viele Kirchen. Typisch waren: große hohe RĂ€ume, spitze Mauerbögen, eine rechteckige Form der Kirche und Fenster mit farbigen Glasscheiben.


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Der Bau solcher großen Kirchen dauerte aber immer viele Jahre, sodass sich manchmal die Stile vermischten. Dann sehen zum Beispiel die Verzierungen an den TĂŒren und Fenstern unterschiedlich aus.

Es gibt einige berĂŒhmte Kirchen, die in der Gotik-Zeit gebaut wurden. Zum Beispiel die NĂŽtre-Dame in Paris (Frankreich). Mit dem Bau begann man 1163. Allerdings dauerte es insgesamt 150 Jahre, bis die Kirche fertig war.


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Auch in Mailand, in Italien, steht eine so große Kirche. Mit dem Bau des MailĂ€nder Doms wurde 1386 begonnen. Der Dom ist die viertgrĂ¶ĂŸte christliche Kirche auf der Welt. Über 40.000 Menschen können darin sitzen. Auf dem Foto siehst du, dass die Fenster oben spitz sind. Das sind die sogenannten Spitzbögen. Sie sind ganz typisch fĂŒr den Gotik-Stil.


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Tischmanieren


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Im Mittelalter waren die Tischmanieren anders als heute. Man kannte zwar schon Besteck wie Löffel, Gabeln und Messer, aber das benutzte man nur selten, z.B. um die Mahlzeit zu zerkleinern. Gegessen hat man dann mit den Fingern. Bei den einfachen Leuten aßen einfach alle aus einer SchĂŒssel. Statt einem Teller hat man gern eine Scheibe Brot als Unterlage benutzt. Die konnte man am Ende der Mahlzeit einfach aufessen, und so musste man nichts abwaschen. Ganz schön clever, oder? Den Mund oder die Finger wischte man sich nach dem Essen ganz einfach an den Kleidern ab.

Im frĂŒhen Mittelalter waren ĂŒbrigens Frauen bei den Adeligen bei Tisch nicht zugelassen, das Ă€nderte sich erst im 11. Jahrhundert. Da durften die Frauen dann mit am Tisch essen und teilten sich mit ihrem Mann Besteck und Becher. Nachdem die Frauen dabei sein durften gab es dann auch die ersten Benimmregeln.

Am Ende des Essens bekam man Wasser um sich die HĂ€nde zu sĂ€ubern, und man sollte sich zum Beispiel nicht mit seinem Tischnachbarn ĂŒber das beste StĂŒck Essen streiten und auch nicht laut rĂŒlpsen nicht schmatzen und nicht mit dem Tischtuch die Nase putzen oder den Tischabfall einfach hinter sich werfen. Mit vollem Mund wurde nicht gesprochen und bevor man aus seinem Becher trank, sollte man sich den Mund abwischen.

Wie fÀndet ihr das, mit den HÀnden zu essen? WÀre das lustig oder eher ekelig?

 

 


 

Der Adel und das Leben im Kloster

Im Mittelalter gab es nur Unterricht fĂŒr ganz wenige Menschen, zum Beispiel fĂŒr Kinder von Adeligen oder Königen. Der „Adel“ war eine bestimmte Gruppe von Menschen. Jemand, der zum Adel gehört, nennt man Adeliger. Diese Menschen waren meist von Geburt an reich und hatten viel Besitz. Sie hatten HĂ€user oder Land und durften vieles bestimmen. Vielleicht hast du schon einmal die Begriffe „Baron“, „Graf“ oder „FĂŒrst“ gehört. Das sind Titel, die Adelige trugen.

Ein adeliger Mann durfte immer nur eine adelige Frau heiraten. So wollte man sich von den Bauern und normalen BĂŒrgern abgrenzen. Adelige mussten auch keine Steuern zahlen. Die Bauern, die auf dem Land des Adeligen lebten, mussten ihm aber Geld oder einen Teil ihrer Ernte abgeben.

Wenn z. B. ein FĂŒrst Hilfe brauchte gegen Angreifer, bekam er die Hilfe vom König. Wenn der König in den Krieg zog, musste der FĂŒrst ihn wiederum mit Soldaten unterstĂŒtzen. Ein adeliger Soldat zu Pferd nennt sich „Ritter“.


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So, nun weißt du, was Adelige sind. Aber was haben die mit Klöstern zu tun?

Nur die Kinder von Adeligen und die Kinder des Königs erhielten Bildung. Sie lernten vor allem Lesen und Schreiben. Gebildet waren auch die Leute, die in einem Kloster lebten. Diese nennt man Mönche und Nonnen, sie sind Christen. Ein Kloster ist ein großes GebĂ€ude, in dem die Mönche oder Nonnen leben. Das Mittelalter war die Zeit, in der viele Klöster gegrĂŒndet wurden und eine besondere Rolle einnahmen.


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In den Klöstern kĂŒmmerte man sich um Kranke, gab Reisenden Unterkunft, verlieh Gelder (so wie heute eine Bank) und nahm alte Leute auf. Die Klöster betrieben Handwerk, Landwirtschaft, Pflanzenzucht und Handel, oftmals auch eine Klosterschule. Ein Kloster war somit im Mittelalter ein bedeutendes Zentrum fĂŒr die Leute.

Im Mittelalter sind viele Frauen ins Kloster gegangen. Aber warum? Schließlich mussten sie dort sehr viel beten und dazwischen wurde viel in WerkstĂ€tten, BĂ€ckereien und Weinkellern gearbeitet. Jedoch durften zu der Zeit Frauen nicht selbst entscheiden, wen sie heiraten. Außerdem lernten sie nicht Lesen und Schreiben und besuchten keine Schule.

Aber im Kloster hatten sie die Möglichkeit zu lesen und ihre Religion zu studieren. Man dachte auch ĂŒber das Leben und die Welt nach, also warum wir leben oder warum es Gut und Böse gibt. Die Frauen konnten sogar selbst BĂŒcher schreiben. Viele BĂŒcher enthielten bunte Malereien. FĂŒr einen Teil der Frauen bedeutete ein Leben im Kloster gleichzeitig Schutz. Sie wurden nicht mit einem Mann verheiratet, den sie vielleicht gar nicht haben wollten. Auch Ă€rmere Frauen konnten im Kloster leben, dann aber als MĂ€gde und Dienerinnen.

Eine berĂŒhmte Nonne war Hildegard von Bingen. Sie schrieb BĂŒcher zu Religion, Medizin, Musik und dem Sinn der Welt.

Auch heute gibt es noch Klöster in NRW: das Kloster Steinfeld in der Eifel, die Abtei KönigsmĂŒnster im Sauerland oder auch die beeindruckende Ruine Heisterbach im Siebengebirge, hier ganz in der NĂ€he von Bonn.


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